Ritter-Wettstreit mit Lanzen am 11./12. April 2026
Pommersfelden. Am Samstag, 11. April und Sonntag, 12. April 2026 finden im Park von Schloss Weissenstein in Pommersfelden erstmals „Mittelalterliche Turnierspiele“ statt. Das mag etwas verwundern, ist doch das Schloss erst Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut worden, als die Zeiten der Ritterturniere längst vorbei waren. Doch dem Adel gefielen auch in späteren Jahren solche Turniere, die als willkommene Unterhaltung, sportlicher Wettstreit oder als ein bunter, karnevalesker Umzug gern veranstaltet wurden. Turnierplätze, wie der vor der Löwenburg im Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe oder der berühmte Stallhof im Dresdner Stadtschloss, wurden extra für solche Spiele errichtet.
Jetzt reist ein Tross mittelalterlicher Akteure nach Pommersfelden, wo im großen Park hinter der aus Fernsehserien und TV-Produktionen bekannten Schlossanlage am 11. und 12. April ein solches Spektakel seine Premiere feiert. „Es ist mir eine große Freude, dass mit den Weissensteiner Turnierspielen eine alte Tradition an Schloss Weissenstein wieder lebendig wird. Wenn Reiter zu Pferde antreten und Musik, Markt und Gaukelei das Schlossgelände erfüllen, entsteht ein ganz besonderes Erlebnis für die ganze Familie“, sagt die Eigentümerin Dr. Damiana Gräfin von Schönborn-Wiesentheid.
Bestaunt von zahlreichen Besuchern starten dann die „letzten Ritter der Erdenscheibe“ mit neuen, bunten Kostümen in die Saison. Die stolzen Reiter tragen beim Einritt majestätisch große Tiermasken. Löwe (Thüringen), Greif (Nürnberg), Keiler (Hardenberg in Brandenburg) oder Wolf (Passau) stehen für die Wappen und die Regionen, aus denen die Ritter stammen.
„Die Masken haben wir in diesem Winter in Wien herstellen lassen“, erklärt Silke Rose von der Veranstaltungsagentur „Sündenfrei“, die für das Event verantwortlich zeichnet. Man habe sich für die renommierte Werkstatt von Marianne Meinl entschieden, weil dort schon viele großartige Figuren gefertigt wurden, die auch in bekannten TV- Shows auffielen und überzeugten.
Für Ritter „Karl von Hardenberg“, alias Knut Klug, ist es die 44. Saison, die er als Ritter im Sattel absolviert.
„Das Turnier selbst ist nicht ganz ohne“, erklärt der Ritter. „Die Lanze wiegt etwa sechs Kilogramm, die hast du in der rechten Hand. In der linken Hand hältst du den Schild, der dich schützt und zugleich die Zielscheibe für den Gegner ist und auch die Zügel. Das Pferd führe ich dann mit den Schenkeln“, beschreibt der Ritter. „Kurz vor dem Aufprall hältst du den Schild steif und zielst mit der Lanze auf den Schild des Gegners.“ Ein gutes Pferd wisse dann, dass es weiterlaufen soll und vertraut dem Reiter. „Es weiß, wann es losgeht, und kennt die Richtung.“ Wie es mit den üppigen Kostümen der Turnierspiele zurechtkommt, wird sich zeigen und beim Tjost (Lanzenstechen) werden die Masken ohnehin gegen die Ritterhelme eingetauscht.
An beiden Apriltagen gehen die Ritter um Knut zweimal auf die Turnierbahn, um im sportlichen Wettkampf die Lanzen zu brechen. Sieger ist, wer zuerst drei Lanzen am Schild des anderen zerbricht oder wer den anderen aus dem Sattel zwingt. Ein spektakuläres Ereignis, bei dem die Besucher zudem auch einen schönen Frühlingsspaziergang durch den gräflichen Park von Schloss Weissenstein genießen können.
Darüber hinaus werden über 40 Handwerker- und Händlerstände im weitläufigen Gelände aufgestellt. Man kann den Meistern bei der Arbeit zuschauen, mit Händlern feilschen oder einfach nur durch den bunten Trubel schlendern. Mit einem Ziel vor Augen: einen der begehrten Sitzplätze in der Nähe der Bühne zu erhaschen. Denn auf dem überdachten Podium wechseln sich mittelalterliche Unterhaltungskünstler ab: Musikanten, die mit Uralt-Instrumenten die Gassenhauer anno 1300 spielen, wie beispielweise die Bands „Turas Math“ und „Sagensang“, oder Gaukler Oskar, der auf verblüffende Weise die Schwerkraft überlistet.
Das Markttreiben mit Turnieren findet Samstag und Sonntag jeweils von 11:00 bis 19:00 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 12 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder und 10 Euro für historisch gekleidete Besucher. Familien zahlen nur für das erste Kind. Für alle weiteren Kinder und für Kinder im Vorschulalter ist der Eintritt frei.
Die Turnierspiele, bei denen man Karl von Hardenberg und seine Herausforderer hoch zu Ross erleben kann, finden an beiden Tagen jeweils 13:30 und 16:30 Uhr statt.