Foto: LWG Veitshöchheim, Fotomontage: Ilona Munique

Eingestellt:31.07.2026
Ort: Bamberg

Bamberg

Behörden rufen zur Meldung auf

Erster Fund der Asiatischen Hornisse im Landkreis Bamberg: 

 

Landkreis Bamberg. In Wiesengiech wurde im Juli bereits ein Einzeltier der Asiatischen Hornisse (Vespa Velutina) gesichtet. Der Fund der eingeschleppten, invasiven und bienengefährdenden Art wurde vom Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) in Veitshöchheim bestätigt und im Meldeportal beewarned.de veröffentlicht. Größe und Gewicht des Tieres deuten darauf hin, dass es sich um eine Königin handelt.

In der Nähe des Fundortes wurden sogenannte Dochttöpfe („Locktöpfe“) aufgestellt. Sollte sich die Asiatische Hornisse dort zeigen, kann über die Abflugrichtung im besten Falle das Nest lokalisiert werden. Die dunkel gefärbte Art ist gut erkennbar an ihren gelben Beinen und den beiden orangen Bauchbinden, wovon die untere Binde breiter als die obere ist. Sie ist nur wenig kleiner als die heimischen Hornissen. Die Imkervereine sind informiert und wissen, was bei entsprechenden Sichtungsmeldungen zu tun ist. Auch im Stadtgebiet Bamberg wurden Dochttöpfe für ein Monitoring aufgestellt. Außerdem wurde eine Whatsapp-Gruppe für Bamberg zum schnellen Austausch eingerichtet.
„Um die weitere Ausbreitung einzudämmen und die Population niedrig zu halten, ist eine frühzeitige Erkennung entscheidend“, empfiehlt Ronald Jäger, Koordinator Vespa Velutina an der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Wer ein Tier beobachtet, das der Beschreibung der Asiatischen Hornisse ähnelt oder ein verdächtiges Nest entdeckt, sollte dies unbedingt melden. Dafür steht allen die offizielle bayerische Meldeplattform www.beewarned.de zur Verfügung. Voraussetzung ist ein einfaches Handyfoto von dem Tier oder dem Nest. Fachleute überprüfen die Meldungen und leiten in Zusammenarbeit mit den Imkervereinen bei Bedarf gezielte Maßnahmen ein, um Nester zu finden und entfernen zu lassen. Dies gilt als effektiver Weg der Bekämpfung. Keinesfalls dürfen die Nester ohne fachliche Ausbildung entfernt werden, da Lebensgefahr durch Hornissenstiche besteht. Auch ist die Verwendung jeglicher Fallen aus Gründen des Naturschutzes nicht erlaubt. Weiterhin gilt es, die heimische Europäische Hornisse (Vespa crabro) zu schützen. 
Wie geht es weiter?

Das Stadtgebiet Bamberg ist möglicherweise akut noch nicht betroffen. Sicherheitshalber sind Imkerinnen und Imker aufgerufen, auch hier Dochttöpfe in etwa 300 Meter entfernt von den Bienenvölkern aufzustellen und und regelmäßig zu beobachten. 

Sollte es sich bei der in Wiesengiech entdeckten Tier um ein beispielsweise in einem LKW mitgereistes Einzeltier handeln, wäre die Region für heuer vorerst davongekommen. Doch über kurz oder lang muss auch Bamberg mit weiteren Vorkommen rechnen. Die Vespa velutina breitet sich nach und nach im gesamten Bundesgebiet aus.

Im Bedarfsfall werden die Imkervereine die Bevölkerung zur gemeinsamen Suche nach den Nestern aufrufen, um einem großen Bienensterben und den daraus folgenden Bestäubungsausfällen nebst Artenarmut vorzubeugen. Bereits jetzt ist die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Insektenwelt in der Umgebung zu beobachten und insbesondere in von Wespen bevorzugten Verstecken, beispielsweise Gartenhäuser oder Aufbewahrboxen, nach Nestern zu suchen und diese zu melden. 

Tagesaktuelle Informationen zur Situation in Stadt und Land Bamberg und Einladungslink zur WhatsApp-Gruppe sind zu finden unter https://bienen-leben-in-bamberg.de (Sucheingabe „Asiatische Hornisse“).

Aktuelles speziell zum Fund in Wiesengiech auf der Website des Imkervereins Scheßlitz unter https://www.imker-schesslitz.de/vespa-velutina.

Infos zum Vespa-velutina-Monitoring 2026 zu finden unter https://bienen-leben-in-bamberg.de/vespa-velutina-monitoring-2026-gestartet.